Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

"Plauderquatsch mit dem jungen Schimmi und dem netten Onkel"
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Dieter M.
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Re: Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von Dieter M. » 13.01.2019 18:38

Wollen - Ja...
Entscheidet sich letztendlich, wenn meine Frau ihren Dienstplan für Februar bekommt ;-)
Äußerst zweideutig :rolleyes:

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Dumbo 2004
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Re: Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von Dumbo 2004 » 13.01.2019 20:33

Äußerst zweideutig :rolleyes:
Da bin ich einmal ehrlich....

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SilkeBig
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Re: Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von SilkeBig » 29.01.2019 13:51

kolja hat geschrieben:
13.01.2019 14:42
IPS: Nachgeholt - Buch gekauft, allerdings nur e-Book, da ich in 2 Wochen mit leichtem Gepäck reisen will ;) - und wenn von knapp 15 für Euch nur 5 übrigbleiben, hoff ich, daß Ihr mit e-Book auch nen besseren Schnitt macht.
Tun wir, Danke. Hast Du Dich schon im Buch entdeckt? :-)
Vielleicht bist Du schon unterwegs, ich war die letzten 2 Wochen zu viel unterwegs, um hier vorbei zu schauen. Wünsche Dir wunderschöne Nordlichter!
Liebe Grüße von der EISREISE Diashow."Tournee",
Silke

kolja
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Re: Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von kolja » 22.02.2019 22:14

Waren 2 Wochen unterwegs... Highlight war ein halber Tag Snow-Scooter. 600ccm 2-Takt. Beim Anfahren Daumengas voll durch und der eeewig lange Trumm hat'n Männchen gemacht. Knapp 120 Spitze ausprobiert. Unterhalb eines der höchsten Berge Schwedens - dem Helags - bei strahlendem Sonnenschein, blitzeblaustem Himmel, fast Sturm trieb Schneestaub durch die Luft - eine Winter-Wunder-Welt.

Lese gerade Euer Buch durch (gerade kurz hinter Nordkapp Küste runter). Hätt schon 1, 2 mal gern ins ebook geraunt "LuFi ungeölt gegen Motor-stirbt-fast über eisig Fjell", "Küste heißt schwarzer Asphalt, Matsch, fehlender Fahrspaß" und - gaaanz wichtig: "Gaaas auf löst alle Probleme!". Schön, zu sehen, daß es Euch auch begeistert hat.

750er AT die ersten Jahre dort oben war immer ein Bringer. Auf dem Untergrund Kraft im Überfluß - aber im worst case nicht zu retten. Dann supersimpel zu handhabende und verzeihende DR. Mit originalem 349er ging das Mäusken immer zügig vorwärts, aber es fehlte der Schmauch, um das Hinterrad nur durch Kraft überdrehen zu lassen. Mit 385 und höherer Kompression sieht das ab ca. 5.500 rpm anders aus. Gas auf und das Hinterrad dreht frei - egal, bei welcher Geschwindigkeit. Selbst auf feuchtem Asphalt.

An einem der letzten Tage hatten wir eine wundervolle Nebenstraße durch den Wald. Viele (halbwegs enge) Kurven. Bergauf, bergab. Wie eine Go-Kart-Bahn in grün. Auf den Geraden schlossen die moderneren Enduros ratzbuff auf. Nach jeder Kurve lag ein signifikanter Abstand zwischen uns - derweil die Rest-Mannschaft vermutlich leicht eingebremst oder zurückgenommen hat, gab's bei mir Gas auf. Das Hinterrad bricht mehr oder minder stark aus. Die Bewegungsgeschwindigkeit bleibt konstant trotz enger Kurve. Kurvenausgang und die Lichter sind klein im Spiegel. Ein Heidenspaß!

Für'n Nordlicht hat's leider nicht gereicht. Und für'n Polarkreis gab's einige Abende zu viel alkoholisierten Spaß (mit Schweden, mit Litauern, mit uns, ...). Aber was soll's? Dieser Dummfug macht mir immer wieder soviel Freude - die Optik, das Fahren, die zu lösenden Hürden, ... - ich mach's einfach nächsten Winter wieder. Im Fall des Falles allein. Und dann mindestens Polarkreis.

Achja: Es gibt ja Leute, die nie die gleiche Strecke 2x fahren würden. Wir haben es diesmal gemacht. Beim 2. Mal über ein gesperrtes Fjell im letzten Tageslicht im Sturm. Aus dem Nichts taucht im Schneestaub ne 1m Schneewehe auf. Lenker stramm. Hintern zurück. Gas voll durch. Freudenbrüller nach Passage... Kumpel später nach Fotostop 20m vor mir, 20+° Schräglage gegen den Wind, kaum zu erkennen im treibenden Schnee, dahinter Himmel im Abendrot, hohe weiße Berge, Schneetreiben im Helm, linke Visierhälfte von innen zugeschneit, zig Schneewehen auf 30km... alle 4 hätten Stein und Bein schwören können, daß wir dort noch nie langgefahren sind. Aber auf dem Hinweg haben wir das Fjell genau andersherum passiert. Was andere Tageszeit und Gegebenheiten ausmachen können.

Alles Gute auf Eurer Tournee. Demnächst mal über Iran & Co :) ?

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SilkeBig
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Re: Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von SilkeBig » 24.02.2019 17:03

Vom Snow-Scooter haben wir auch geträumt, sind uns aber unsicher: macht das, im Vergleich zur DR, wirklich so viel Spaß oder ist eine kleine Flitze-DR auf Eis und Schnee doch besser?
Ich habe ja noch ne zweite DR350 in Deutschland und letztens kamen wir tatsächlich auf die Idee, die auch wintertauglich her zu richten, um im Winter hier ein Spielzeug zu haben - also um damit wieder gen Norden aufzubrechen.
Geölter LuFi? Die SuperTéneré hat nen Papierding, daran lag es also nicht. Ich glaube, im Spritfilter haben sich durch die exponierte Lage im Fahrtwind minikleine Eiskristalle gebildet. Who knows? Vollgas hat genug Vorschub gebracht, um die Kisten am Laufen zu halten. :-) Im Zweifel immer Gas, das löst fast jedes Problem. :-)

Jan möchte nächsten Winter Iran und China Bilder zeigen (zwei verschiedene Vorträge), ich bin mir noch unsicher, habe gerade nach 3 Wochen Heimaturlaub die Schnauze ziemlich gestrichen voll. Weil aber Eltern, Geschwister, Patenkinder und Verwandtschaft nicht sehr reisefreudig (und nicht mehr jung) sind, wird es wohl darauf rauslaufen, dass wir nächsten Winter Fotos von unseren DRs im "Iran - abseits ausgetretener Pfade" und "10.000km China & Tibet" zeigen um damit zu versuchen, den Heimaturlaub zu finanzieren. Mal sehen, wir diskutieren noch! :-)
Silke

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Re: Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von kolja » 25.02.2019 22:45

Mit DR, guten Stollenreifen und Spikes ab 1.500 macht Skandinavien im Winter nen Heidenspaß - auf weißen Pisten, Straßen und Wegen. Oberhalb 10cm losem Schnee geht's in Arbeit über. Darunter ist's umso schöner, desto kleiner und ruhiger. A wengle Bewegung braucht's dort auch, wenn die Bude tanzt oder Hintern raus und Oberkörper eindrehen für'n Drift (genug Schmackes am Hinterrad vorausgesetzt - der Standard-349er Motor hat nicht genug davon).

Snow-Scooter ist dagegen wie vom Straßenmotorrad auf ne Enduro umsteigen und ab ins Gemüse - im wahrsten Sinne des Wortes! Die Teile liegen halbwegs stabil (Masse ist ruhiger/satter, leichte tanzen mehr) und stecken durch massive Federung auch einiges weg, aber man fährt halt Quer-Feld-ein. Beschleunigen tun die Trumms über Daumengas selbst mit "nur" 500ccm 4-T mit ausgesprochenem Nachdruck (600er 2-T kam vorn hoch!). Auf ner gelegten Strecke quer durch den Wald rechts, links, hoch, runter, Buckel, Springen, trallala gings stehend/tanzend vorwärts wie auf Hard-Enduro mit bis zu 70km/h (uns wurde sehr warm - man hätte auch gemütlich mit 20-30 fahren können). Dann draußen auf nem See bis max 115 km/h. Dann hoch auf eine Hochebene zum Fuß des Helags. Blitzeblauer Himmel, Klärchen strahlt als gäbe es kein Morgen, stürmischer Wind peitscht Schnee über die Fläche, im Hintergrund die hohen, weißen Berge - eine absolute Wahnsinnsoptik! Und Du pfeiffst mit 60-100 mittendurch. Glaub mir, Ihr hättet - vorausgesetzt jeder sitzt auf einem Snow-Scooter und ist eigener Chef - einen Heidenspaß. In Ljundalen lagen 4h bei uns bei 100 EUR + Sprit (gut 20L). In Arjeplog wurde wesentlich mehr aufgerufen.

DR und Scooter lassen sich nicht vergleichen, weil allein der Untergrund eine ganz andere Liga darstellt und jede Seite ihren absoluten Reiz hat. Scooter fast noch mehr als DR. Scooter ist fordernder. Bietet aber - für eine überschaubare Zeit - auch mehr. Der Erlebniswert ist sportlich. Besonders auch, wenn einer die Bude in 2m tiefen Schnee lenkt - da kommen dann nicht nur die 250-350kg an ihre Grenzen, sondern auch die Fahrer, die das eingegrabene Trumm wieder rausholen müssen - das allein war bei uns schon ein Abenteuer für sich. Kurz: 4 super intensive Stunden. Absolute Empfehlung. Nicht dauerhaft. Aber mal nen halben Tag - TOP!

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Bei im Buch beschriebenen Verhalten liegt's meist an fehlender Luft/zu fettem Gemisch (Mitte Zucken, Vollgas scheinbar gut). Öl auf Schaumfilter zu zäh. Eiskristalle vor Papierfilter. Luftansaugung zu knapp. Pendant dazu dort oben bei -30 und weniger Vergaservereisung - aber dann geht bald gar nichts mehr weil's bis Stillstand schlechter wird (Vollgas kühlt durch Erhöhung Durchfluß den Vergaser noch mehr aus).

Wenn's Gemisch umgekehrt massiv zu mager wird, dürfte selbst bei -40 irgendwann der Krümmer leuchten und im worst case irgendwann der Motor die Hitze-Flagge hissen. Täusch mich evtl., aber nach eigenen leidvollen Erfahrungen vergangener Jahre würde ich auf zu fett tippen.

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"Im Zweifel immer Gas, das löst fast jedes Problem. :-) " :bier:

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Re: Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von SilkeBig » 03.03.2019 18:22

Okay, dann ist Snow Scooter auf jeden Fall was für mich / uns :-) Sehr gute Beschreibung, die großen Appetit macht! :-)

Wir sind Ende dieser Woche (Freitag) mit der EISREISE in Berlin:

Bild
(Tickets: https://www.adticket.de/Eisreise-Eiskal ... 20-00.html)

Ich meinte für Dich (kolja) aber diese Veranstaltung in Braunschweig im Kulturzentrum Brunsviga am 15.3.:

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(Tickets: https://www.brunsviga-kulturzentrum.de/ ... ml#Content)

Silke

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