Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

"Plauderquatsch mit dem jungen Schimmi und dem netten Onkel"
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SilkeBig
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Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von SilkeBig » 15.11.2016 09:49

Guten Morgen!
Einige von Euch haben es in meinen posts schon gelesen, jetzt mache ich nen Extrathread auf. :-)
Ich fahre diesen Winter mit der kleinen DR zum Nordkapp. Da es sich um unsere Hochzeitsreise handelt und unsere Hochzeitsgäste finanziell dazu beitragen, haben wir eine eigene Webseite dazu gebastelt:
https://eisreise.wordpress.com/
Die Webseite ist noch lange nicht fertig und soll noch viele Fotos, Tipps, Videos etc. bekommen, aber für'n Anfang reicht's. :-)
Auf dieser Webseite werden wir unterwegs Blogbeiträge posten, wie es uns unterwegs so ergeht. Wir sind selbst gespannt! Ich weiß nicht, ob ich jedes Mal auch hier was rein setze, schließlich ist es ja eine Hochzeitsreise und da verbringt man die meiste Zeit ja nicht im Netz :-) Das Blog kann man aber (oben rechts auf der Seite) abonnieren. Wenn das funktioniert, bekommt Ihr aktuelle Beiträge bequem per Mail.
Es sind ja noch 38 Tag bis zur Abfahrt und wenn Ihr Ideen oder Erfahrungen habt - her damit! :-)
Silke

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ThomasD
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Re: Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von ThomasD » 15.11.2016 23:29

Hi Silke,

erstmal Glückwunsch - da hast Du wohl den richtigen Lebenspartner mit passenden Interessen gefunden :good:

Die Webseite ist wirklich gut gemacht (ich steige auch grad auf Wordpress um) und beinhaltet viele gute Informationen über Motorradfahren bei solch extremen Bedingungen. Da wird einem erst mal klar, dass das was Ihr da vorhabt, was anderes ist wie hier als Ganzjahresfahrer an nem schönen wenn auch kalten Sonntag mal kurz ums Eck zu fahren.

Wünsche Euch beiden eine tolle Zeit :joman:

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SilkeBig
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Re: Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von SilkeBig » 16.11.2016 07:09

Danke :-)
Ich arbeite im Job viel mit Wordpress, daher fällt mir das leicht :-)
Ja, ans Nordkapp im Winter ist ne andere Nummer als an nem schönen sonnigen Tag auf trockenem Asohalt durch Schneelandschaft :-)
Die Seite soll, wenn sie fertig ist, tatsächlich auch als Infoseite dienen, wir haben teils lange nach Zubehör etc. gesucht, weil es zwar einige Winterfahrer-Seiten gibt, aber die zielen mehr auf Gespanne oder sind völlig überaltet.
Silke

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Heisa
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Re: Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von Heisa » 16.11.2016 21:15

Hallo Silke,
sehr schöne Homepage mit vielen tollen Tipps. :thumbup:
Ich wünsche Euch viel Spaß, mir persönlich wäre das zu kalt, aber jeder wie er mag...

Gruß Heiko

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SilkeBig
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Re: Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von SilkeBig » 22.11.2016 12:40

@Heiko: ist ja ne Hochzeitreise, da wird warm gekuschelt! :-)

kolja
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Re: Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von kolja » 22.11.2016 19:39

aus Fred

Ich hatte mittlerweile von Sturzregen bei leichtem Plus bis -40°C alles dabei. Besonders interessant, wenn man evtl. noch keine Spikes drauf hat, ist schwarzes Eis - eine hauchdünne, perfekt transparente Schicht. Oder Spurrinnen unterm Schnee von Fahrzeugen, die bei Tauwetter im Matsch seitlich weggerutscht sind - dann wieder frieren und drüber schneien.

Generell fährt es sich mit Spikes erstmal wie auf Eiern. Luftdruck bissi senken hilft ungemein. Auf Asphalt nicht hart ans Gas gehen und möglichst nicht schneller als max. 50-60 fahren, sonst leiden im einfachsten Fall die Spikes überproportional. Im worst case brechen ganze Stollenblöcke raus. Mit Spikes drin sucht man sich irgendwann freiwillig die weißen Stellen und meidet alles schwarze. Ich lege meine Routen immer soweit wie möglich weg von den großen Asphaltstraßen über kleine Pisten, Parallelwege neben den Hauptstraßen, durch Wälder etc. - macht mehr Spaß, nimmt den Asphalt-Streß mit großen Spikes und schont das Material ungemein.

Vernünftige Stollenreifen sind Pflicht. Zu Mefo kann ich nicht mehr raten. Mitas XT scheint es derzeit nicht bespikt zu geben. Aber XT-454 für hinten funktioniert hervorragend. Im Vorderrad versenke ich Best-Grip-Spikes 1.500er (gleiche Einschraubtiefe wie 1.400er, aber längere Spitze - guter Kompromiß zwischen 1.400 und 1.800). Hinterrad 1.800er. Bei Butzner bekommt man alle Sorten in frei wählbarer Menge. Preis war letztes Jahr glaube bei 70ct pro Stück. Auf Anfrage erhält man nette, zügige Antwort.

Damit's in Deine Eigenbaustulpen nachts nicht reinschneit einfach ein paar Duschhauben mit Gummizug drüber. Morgentlichen Putz sparst Du Dir, wenn Du abends z.B. einen aufgeschnittenen blauen Kunststoff-Sack (gelber Sack ist zu labbrig bei Wind) längs über die Mopete drapierst und mit Strapsgummis/Wäscheklammern/... fixierst. Ein kleiner Benzinkocher wirkt morgens im worst case Wunder falls das Motoröl aufgrund Temperatur mal zu Butter wird.

Generell wirst Du es mit Deinem leichten Hüpper wesentlich streßfreier haben als Dein Partner mit dem großen Bock. Ich war mehrmals mit einer ähnlich schweren Africa Twin oben unterwegs. Nie - anfängliches Zögern erste zwei Tage beim allerersten Mal mal abgesehen - langsam. Die Twin habe ich jeweils mind. einmal in zwei Wochen versenkt, weil sich aufgrund Trägheit einfach nichts mehr retten ließ (wir haben es allerdings auch drauf angelegt). Mit der leichten DR ging alles noch schneller, haarige Situationen hatte es zuhauf (da gern auch mal ans Limit gegangen), aber aufgrund wesentlich geringerer Trägheit war die Bude immer zu retten.

An Fahrzeugschäden bei anderen Mopeten war Kälte- aber auch altersbedingt alles dabei von Motorschaden im Schneetreiben auf einsamem Fjell über abgerissenes Kettenrad mitten im nix kurz vor Dunkelheit, Kardangelenk an BMW hin, Motor geplatzt, Schläuche/Kunststoff gebrochen usw. alles mögliche dabei.

Das Erlebnis ist einmalig! Man liebt es oder man haßt es. Ich glaube, eine graue Mitte gibt es aufgrund der Extreme einfach nicht. Ich persönlich kann's nicht lassen seitdem ich's das erste Mal probiert habe. Finde leider nur nicht die Zeit, ne zeitlich größere Runde zu machen.

Wenn's mal zu kalt wird - es gibt Wetterlagen bei denen man's direkt gar nicht erwarten würde - Tanke zum Aufwärmen. Für'n Notfall ein paar Chemo-Heizpads. Ne dicke Tageszeitung Blatt für Blatt geknüllt in die Klamotten gestopft bringt Punkte.

Kondensfjerner: Wenn's richtig kalt wird - und im worst case noch a weng Wasser z.B. durch Schneefall beim Tanken - im Sprit dümpelt, neigen die Vergaser zum Vereisen. An der Tanke ein Fläschchen Kondensfjerner geholt und beim Tanken nen Schuß mit rein baut vor. Apropos Tanken - eine Tankstellenkette (glaube Statoil) hatte ein Angebot: Einmal etwas teurer einen speziellen Kaffeebecher kaufen und hernach an allen Tanken der Marke kostenlos nachfüllen - könnte sich lohnen bei so langer Tour.

Heizvisier 5,5W?!? Ich erinnere mich nicht 100%ig, aber das erscheint mir extrem wenig. Ich würde eher etwas um die 20-30W erwarten - bin mir aber nicht sicher, da das Thema bei mir zu lang her ist.

Korrosionsschutz: Auf meine Felgen pinsele ich erhitztes flüssiges Sattelfett mit Bienenwachsanteil (härtet ganz schnell aus und bildet festen Film). Auf heiße Teile Protewax aufgepinselt (ergibt volltransparente Polyacryl?-Schicht wie zweiten Lack - kann man später entfernen). Auf andere Teile S100 Korrosionsspray. Tectyl wurde mir vor Kurzem empfohlen - werd ich evtl. nächsten Februar probieren.

Kannst Du mir einen Hinweis geben, was für Cree-LEDs Du verbaut hast? Ich bin grad auf der Suche nach etwas noch kräftigerem als meiner 4xLED Supermini MID. Überlege derzeit ne Moto3 zu verbauen.

PS: Mongolei - jetzt klingelt's. Letztes Tesch-Treffen. Klein ist die Welt.
PPS: Wer von dort spontan ne fremde Bude mit fremden Partner querbeet heim gefahren hat, wird Winter-Skandinavien lieben...

kolja
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Re: Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von kolja » 22.11.2016 19:58

SilkeBig hat geschrieben:Tesch? Bei mir klingelt's nicht :-)
Ich bin schon die, die die fremde XTZ mal eben offroad durch die Mongolei heim gefahren hat, aber haben wir gesprochen? Ich war mit der DR350 da- Du auch?

Duschhaube ist ein SUPER Tipp, z.Zt. regnets mir da immer rein. Ich hab nen Haufen Duschhauben in der Rallyekiste zum Abdecken des Navigeraffels über Nacht, da wird sich ein Examplar mit Blümchen finden :-)

Zum Abdecken gegen morgendliches Ausbuddeln haben wir von Putoline zwei klein zusammenfaltbare Platikponchos bekommen :-)

Von den Heizpads haben wir ne Familienpackung dabei, für den Fall, dass irgendeine Heizbekleidung ausfällt. Lues Mal die Seite "Bekleidung", da steht, dass wir (statt Zeitung) noch ne 2. Daunenjacke für drunter dabei haben. Mach ich auch gern unter meine "normalen" Moppedklamotten, ist wärmer als Zeitung :-)

So Zeug gegen Vergaservereisung haben wir von Putoline bekommen. Ist Dir der Vergaser bei der 350er auch eingefroren? Ich kenns von der DR800...

Das Nolan Heizvisier hat laut Beschreibung wirklich nur 5,5 Watt.
Ich habe auch eine superleichte, klein verpackbare Daunenjacke dabei. Zeitung nur als Idee für'n Notfall. Habe mehrere unerwartet erlebt - meine Heizpads hab ich immer schön verteilt... vor Kurzem erst hat mich mein Daunenschlafsack nach einer unerwartet feuchten Nacht draußen verlassen. Daunen sind toll - und eine schöne Nacht kann viel Reflektionsspielraum lassen... ;)

Mir selbst ist kein Vergaser eingefroren, aber ich durfte anderen diesbzgl. behilflich sein.

An TT erinnere ich mich nicht mehr im kleinsten Detail. Aber ein paar Eckpunkte sind schon hängengeblieben ;)

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SilkeBig
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Re: Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von SilkeBig » 22.11.2016 21:12

Na, wenn Dein Vergaser nicht zugefroren ist, dann beruhigt mich das. Hatte schon überlegt, Wärmeleitbleche vom Zylinder zum Vergaser zu frickeln. Dann lasse ich das :-)
Weil ich ja mit Heizweste fahre, nehm ich die Heizpads zur Not fürn Vergaser.
Deine PN hab ich gelesen, bin aber grad nach 3 Tagen im Zug zu platt, um zu antworten. Muss erst schlafen :-)
Silke

Dakaristi
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Re: Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von Dakaristi » 21.12.2016 08:12

Ja dann mal gute Reise :)

toddy-HH
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Re: Mit der DR350 im Winter ans Nordkapp

Beitrag von toddy-HH » 21.12.2016 08:32

Dem schließe ich mich an, bleibt gesund! :wavey:
Grüße,
Toddy

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